Die Rückkehr des King Kong

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(klicke aufs Cover für mehr monströse Infos)

Release: 1962

Anders als der Titel vielleicht vermuten lässt, beginnt "Die Rückkehr des King Kong" mit der Rückkehr Godzillas. Der war ja bekanntlich sieben Jahr zuvor auf Eis gelegt worden und wird nun von einem U-Boot gefunden. Kaum erwacht, macht sich das Monster auf den Weg an die japanischen Küste. Gleichzeitig hat ein Wissenschaftler auf einer entlegenen Insel spezielle Beeren entdeckt, aus denen sich ein hocheffektives Schlafmittel herstellen lässt. Auf der Insel soll es außerdem einen Riesenaffen geben. Grund: Natürlich Atomtests. Angefixt von der Idee eines eigenen Riesenaffen's schickt der Chef eines Pharmakonzern zwei seiner Mitarbeiter los, Beeren und Monster sicherzustellen.
Und das tatsächlich - das Vieh exisitert. Und ist außerdem extrem scharf auf den Beerensaft. Zu den rythmischen Trommelklängeln der Eingeborenen fällt King Kong in Tiefschlaf und wird von den japanischen Forschern promt per Floß verschifft. Natürlich wird Kong während der langen Überfahrt wach und beschließt, den restlichen Weg bis ans Festland alleine zurück zu legen.
Währenddessen tut Godzilla das, was in seinen letzten zwei Auftritten bereits erfolgreich gemacht hat: Er legt Häuserzeile um Häuserzeile in Schutt und Asche. Als die Monster das erste mal aufeinander treffen, endet das Gerangel noch mit einem Unentschieden, doch die zweite Runde wird folgen. Nachdem noch einmal der Urplot des Riesenaffen aufgegriffen wurde - er schnappt sich eine Frau und klettert ein Gebäude hoch (was gerade mal so groß ist, wie er selbst) - wird King Kong mit Beerensaft eingeschläfert und direkt zu Godzilla geflogen (an Ballons hängend). Die Menschen hoffen, dass sich die beiden Monster gegenseitig vernichten. Tatsächlich endet der Fight damit, dass Godzilla in den Fluten verschwindet und Kong nach Hause schwimmt.
Es war ruhig geworden um Godzilla - nicht zu letzt, weil der Vorgänger "Godzilla kehrt zurück" beim Publikum durchgefallen war. Die Toho-Studios drehten noch ein paar Kaiju-Streifen, aber der große Erfolg wollte sich einfach nicht mehr einstellen. Da kam den Verantwortlichen der amerikanische Produzent John Beck gerade recht. Der suchte nämlich für den Meister des Stop-Motion und Special-Effect Techniker Willis O'Brien ein Studio, welches O'Brien's Idee "King Kong vs. Frankenstein" produzierte. Die Toho-Studios, die zu dieser Zeit eine Finanzspritze gut gebrauchen konnten, griffen natürlich sofort zu und ersetzen Frankenstein (oder Prometheus in Beck's überarbeiteten Version) durch Godzilla. King Kong und Godzilla... das müsste doch  Kohle bringen.

Für das Projekt brachte man alte Bekannte an den Start: Ishiro Honda als Regisseur war genauso dabei, wie Tricktechniker Eiji Tsurubaya. Mögliche Probleme wischten sie gemeinsam mit Standart-Kaiju-Produzuent Tomoyuki Tanaka aus dem Weg. King Kong wurde einfach größer gemacht, um für Godzilla einen würdigen Gegner darzustellen, und aus Kostengründen wurde auf Stop-Motion-Technik verzichtet (wobei in diesem Film durchaus mit dieser Technik experimentiert wurde, siehe Angriff des Riesenoktopus). Wahrscheinlich wurde aus Kostengründen auch auf eine vernünftige Story verzichtet... Oder aber Honda hatte längst erkannt, dass niemand mehr die Gummimonster ernst nahm. So baute er diverse Slapstick-Einlagen in den Film ein. Nicht nur die Darsteller (der Chef des Pharmakonzerns war ein bekannter jap. Komiker) durften rumblödeln bis zum umfallen, auch die Monster ließen sich zur ein oder anderen albernen Szenen hinreißen.

Wobei sich dies auf den Film nicht negativ auswirkt. King Kong vs Godzilla ist ein großer Spaß. All zu große Längen gibt es - abgesehen von den etwas nervenden Szenen auf der Insel (Sing Sang, braun angemalte Japaner, noch mehr Sing Sang, braun angemalte Japaner beim gemeinsamen Schunkeln) - fast keine. Die Zerstörungsorgien von King Kong und Godzilla bestechen wie so oft durch eine wunderbare Detailverliebtheit und der 10 Minütige Endfight gehört zu den Besten in der Showa-Reihe (Godzillafilme bis 1975).

So schön diese Kaiju-Klopper auch ist, so schlimm war das Schicksal des Films in Bezug auf die Veröffentlichung. Produzent Beck nahm Hondas japanische Fassung und kürzte aus dem Gesamtwerk etliche Handlungsszenen heraus, die sich zu sehr mit der japansichen Kultur beschäftigten, weil er dies den Sehgewohnheiten des amerikanischen Publikums nicht zumuten wollte. Dazu fügte er eigene Szene in den Film ein, in denen z.B ein Nachrichtensprecher belangloses Zeugs von sich gibt und die Handlung völlig unnötigerweise zu erklären versucht. Viele andere Szenen, auch die Monsterauftritte, wurden umgeschnitten, entfernt oder durch Eigenproduktionen erweitert. Sogar der geniale Soundtrack von Akira Ifukube wurde vollständig ersetzt. Beck zerschnibbelte Hondas Werk derartig, wie es später nie wieder mit einem Godzilla-Streifen passieren sollte. Leider beruht die Deutsche Fassung auf der US-Fassung, wobei hierzulande offenbar die Sinnlosigkeit vieler ergänzter Szenen erkannt wurde und daraus nochmals 8 Minuten gekürzt wurden. Somit ist die deutsche Fassung zwar erträglich(er), wirklich gut ist aber nur die japanische Fassung. Womit wir beim nächsten Problem wären: Die Veröffentlichungen auf Silberscheibe. Im Grunde kommt für Fans nur die VÖ von Anolis (Kaiju-Classics) in Frage, die allerdings unverschämt teuer ist. In der VÖ von Dynasty gibts zumindest die deutsche Fassung mit Originalmusik und sehr informativen Booklet.


Fazit:
"Die Rückkehr des King Kong" ist ein großer Spaß für Groß und Klein. Kaiju-Fans kommen wir hier voll auf Ihre Kosten. Ja, vielleicht sieht der Gummi King Kong ziemlich dämlich aus und ja, die Handlung und etliche damit verbundene Szenen sind total gaga (King Kong an Ballons). Das weiß Ishiro Honda jedoch durch züge Inszenierung zu kompensieren. Ein bißchen Geblödel hier tun das übrige für den nötigen Unterhaltungswert. Das die Kaiju-Eiga Streifen nur noch dafür gedacht sein würden, war eh längst beschlossene Sache. 4 Köppe für die Schlacht der Gummi-Giganten.



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